Die Bausteine der Kondition

Oft wird ja von einer „guten Kondition“ gesprochen, aber was ist das eigentlich? Die Kondition definiert sich durch verschiedene Faktoren der sportlichen und körperlichen Leistungsfähigkeit und stellt einen Überbegriff dar, unter welchem die nachfolgenden Parameter zusammengefasst werden:

  • Kraft
  • Schnelligkeit
  • Ausdauer
  • Beweglichkeit

Je nach Deinen körperlichen Voraussetzungen und Deinem aktuellem Trainingszustand ist jede einzelne dieser Komponenten bei Dir natürlich individuell besser oder schlechter ausgebildet. Möglicherweise hast Du in Deinem bisherigen Trainingsverlauf sogar bereits sportartspezifisches Training betrieben und dadurch eine Verstärkung einzelner der zu differenzierenden Bereiche herausarbeiten können. Deshalb ist es wichtig, dass Du Dir vor dem Trainingsbeginn oder für Deinen weiteren Trainingsverlauf gut überlegst, welche Merkmale Dir denn grundsätzlich überhaupt wichtig sind und wie Du Deinen Trainingsschwerpunkt setzen möchtest.

Dein Trainer hilft Dir bei der Wahl Deines optimalen Trainingsprinzips

Nur so wirst Du das für Dich richtige Trainingsprogramm wählen und das für Dich optimale Training durchführen können. Unter den vier genannten Konditionsfaktoren sind verschiedene Elemente zusammengefasst, welche Du wiederum differenziert trainieren kannst.

Die Kraft

Die Komponente Kraft ist unterteilt in Maximalkraft, Schnellkraft und Reaktivkraft, außerdem Kraftausdauer.

  1. Maximalkraft
    Die Maximalkraft stellt die Leistung eines Muskels, bei dem dieser Muskel genau eine Wiederholung mit der höchstmöglichen Belastung bewältigen kann, dar. Eine Steigerung der Maximalkraft geschieht dann, wenn der Muskel beim Training durch wenige Wiederholungen mit viel Gewicht belastet wird. Diese Form des Trainings sollte nur von erfahrenen Sportlern und optimalerweise mit einem Trainer zusammen durchgeführt werden. Der Grund hierfür ist, dass wegen der extrem hohen Belastung ein erhöhtes Verletzungsrisiko gegeben ist.
  2. Schnellkraft
    Die Schnellkraft hilft dem Körper gezielt einen speziellen Muskel oder einen Muskelverbund in der größtmöglichen Geschwindigkeit zu kontrahieren. Je besser hierbei das Nerven- und Muskelsystem zusammenarbeitet, desto höher ist die Schnellkraft.
  3. Reaktivkraft
    Die Reaktivkraft beschreibt eine Kraftbewegung der Muskulatur, bei welcher schnell nacheinander zuerst exzentrische und danach konzentrische Arbeitsphasen durchgeführt werden.
  4. Kraftausdauer
    Die Kraftausdauer beschreibt die Widerstandsfähigkeit gegenüber der Muskelermüdung, die bei statischen und dynamischen Krafteinsätzen nach einer gewissen Zeit eintritt. Also die Fähigkeit der Muskeln eine festgelegte Anspannung über einen möglichst langen Zeitraum statisch zu halten oder viele Wiederholungen dynamisch ohne den Verlust von Spannung durchzuführen.

Die Schnelligkeit

Unter Schnelligkeit versteht im Wesentlichen die Reaktionsschnelligkeit und die Bewegungsschnelligkeit. Die Reaktionsschnelligkeit beschreibt hierbei die Zeit, welche vom Setzen eines Reizes (als das Startsignal) bis hin zum Einsetzen der Bewegung verstreicht. Hierbei hängt die Schnelligkeit stark von der koordinativen Fähigkeit und dem Zusammenspiel der Muskulatur ab. Die Bewegungsschnelligkeit hingegen misst die Zeit, welche benötigt wird, um eine Bewegung auszuführen. Das Ziel hierbei ist es, die Bewegung in einer möglichst kurzen Zeit auszuführen. Dabei kommt es darauf an, wie gut diese beherrscht wird, wie schnell die Reizübertragung im Körper funktioniert, wie gut die dafür verwendete Muskulatur trainiert ist sowie auf den Zustand des Energiespeichers im Körper.

Die Ausdauer

Ausdauer splittet man in Kurzzeit-, Mittelzeit- und Langzeitausdauer. Die Kurzzeitausdauer beschreibt die Ausdauerleistungsfähigkeit des Muskels für eine Zeitdauer von 35 – 120 Sekunden. Bei dieser Aktivität erfolgt die Energiebereitstellung zum größten Teil auf anaerober Basis. Im Gegensatz dazu spielt sich die Mittelzeitausdauer in einer Belastungszeit von 2 – 10 Minuten ab und ist durch eine aerobe Energiebereitstellung gekennzeichnet. Ab einer Belastungszeit von 10 Minuten spricht man von der Langzeitausdauer, welche ebenfalls im aeroben Bereich die Energie bereitstellt. Übrigens wird in diesem Bereich auch der Fettstoffwechsel angeregt. Der Unterschied zwischen “anaerob” und “aerob” wird HIER gut erklärt.

Die Beweglichkeit

Wichtig, um eine gute Beweglichkeit im Allgemeinen zu erreichen sind die Gelenkbeweglichkeit und die Dehnungsfähigkeit. Die Gelenkbeweglichkeit beschreibt die Fähigkeit, eine Bewegung mit optimaler und größtmöglicher spezifischer Bewegungsamplitude im Gelenk durchzuführen. Dabei hängt eine gute Beweglichkeit vom Zusammenwirken der elastischen Eigenschaften von Sehnen, Bändern und Muskeln ab. Außerdem ausschlaggebend ist die Kraft, welche benötigt wird, um den maximal gegebenen Bewegungsspielraum zu erreichen sowie die inter- und intramuskuläre Zusammenarbeit. Zusätzlich zur Gelenkbeweglichkeit gibt die Dehnungsfähigkeit an, wie gut Muskeln, Sehnen und Bänder gedehnt sind oder gedehnt werden können. Wobei Sehnen und Bänder eher die Eigenschaft der Gelenkstabilisierung inne haben und aus diesem Grund ein nur sehr begrenztes Dehnungsvermögen im Vergleich zur Muskulatur aufweisen. Trotzdem gilt: je besser wir gedehnt sind, desto besser ist auch unsere Beweglichkeit.

Wie Du siehst gibt es unterschiedliche Komponenten von denen eine “gute Kondition” abhängt – und diese können sogar gezielt angesteuert und gesondert trainiert werden